Karliczek: Berufsbildung in Europa attraktiv und zukunftsfähig gestalten

Portrait Anja Karliczek

EU-Bildungsministerinnen und -minister setzen sich bei informellem Treffen in Osnabrück ehrgeizige Ziele für die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Bei einem zweitägigen Treffen in Osnabrück haben sich die EU-Bildungsministerinnen und -minister am 16. und 17. September mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung und Ausbildung in Europa befasst und ihre bisherigen Erfahrungen ausgetauscht. Als Schwerpunkt stand die Förderung der beruflichen Ausbildung in der EU auf der Agenda. Hier wollen die Mitgliedstaaten auf Initiative der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Zusammenarbeit in der europäischen Berufsbildung weiter stärken. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in einer Pressemitteilung:

"Ich freue mich, dass wir an diesen zwei Tagen zum ersten Treffen der EU-Bildungsministerinnen- und Minister unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft in Osnabrück zusammenkommen konnten. Unser Treffen zeigt: Der gemeinsame Austausch und die intensive Zusammenarbeit in der EU gehen in dieser Zeit der Pandemie weiter. In den beiden Tagen haben wir die EU in den wichtigen Themen Bildung und Ausbildung gemeinsam einen Schritt weiter vorangebracht.

Alle Teilnehmer haben zum Ausdruck gebracht, in den nächsten Jahren die berufliche Bildung in Europa stärken zu wollen.

Exzellente Bildung in allen Bereichen spielt eine herausragende Rolle, gerade um die Herausforderungen der Digitalisierung, des Klimawandels und des demographischen Wandels zu meistern. Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen in ganz Europa attraktive Perspektiven. Die EU Skills Agenda, die die EU-Kommission kürzlich veröffentlicht hat, setzt hier aus meiner Sicht die richtigen Impulse. Ziel der EU Skills Agenda ist es, die Beschäftigungsfähigkeit in der EU sowohl von jungen Menschen als auch von Erwachsenen durch Weiterbildung zu steigern. Wir wollen die EU-Kommission bei dieser Initiative tatkräftig unterstützen. Ich setze mich daher als deutsche EU-Ratspräsidentschaft dafür ein, dass wir auch Ratsempfehlungen zur Zukunft der Berufsbildung mit meinen europäischen Kolleginnen und Kollegen noch auf dem Bildungsministerrat im November verabschieden.

Mir ist wichtig, dass die Mitgliedstaaten in diesem Punkt noch weiter vorangehen. Deshalb habe ich meinen Amtskolleginnen und -kollegen bei unserem Treffen in Osnabrück den Entwurf für eine "Osnabrücker Erklärung" vorgelegt. In dieser setzen wir uns als Mitgliedstaaten vier ehrgeizige Ziele für eine leistungsstarke und zukunftssichere Berufsbildung: Wir wollen die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit steigern, gemeinsam eine Weiterbildungskultur aufbauen, die Nachhaltigkeit in der Berufsbildung verankern sowie die internationale Dimension mit grenzüberschreitender Mobilität stärken und fördern. In Osnabrück ist der Startschuss gefallen für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung in der Europäischen Union. Wir werden die Erklärung nun weiter beraten. Mein Ziel ist, dass wir die "Osnabrücker Erklärung" beim Bildungsministerrat im November gemeinsam unterzeichnen können." 

Bildnachweis: © BMBF / Laurence Chaperon